Rede zum Antrag „Nachfahrverbot Mähroboter“ am 25. November 2025 in der Sitzung des Gemeinderats

Lieber Herr Bürgermeister Menz,

liebe Kolleginnen und Kollegen des Gemeinderats,

wir beobachten derzeit ein gewaltiges Artensterben. Hauptgründe sind die Einschränkung der Lebensräume sowie der Eintrag von Müll und Pestiziden in die Umwelt. Sterben so genannte Schlüsselarten aus, kann dies das Gleichgewicht einer ganzen Lebensgemeinschaft zerstören – zu der auch wir Menschen gehören. Nicht umsonst werden die warnenden Stimmen immer lauter. Wir sägen derzeit quasi an dem Ast, auf dem wir sitzen.

Und ja, viele wichtige Stellschrauben sollten auf höheren Ebenen gedreht werden. Was aber deutlich zu wenig und zu langsam geschieht. Umso wichtiger ist, dass wir alles Mögliche auch auf einer unteren Ebene tun. Und zwar JETZT und nicht irgendwann.

Unsere Gärten können einen großen Teil zum Schutz der Artenvielfalt beitragen. Leider jedoch nutzen wir diese Chance oftmals nicht und tun genau das Gegenteil: Wir tragen hier zum Artensterben bei. 

Ein konkretes Beispiel ist das Aussterben des Igels. Seit 2020 steht er auf der Roten Liste für gefährdete Arten. Und dass der Einsatz von Mährobotern eine wichtige Mitursache ist, ist bekannt. 

Allein in der Stadt Leipzig wurden im Jahr 2024 400 durch Mähroboter verletzte Igel registriert. Eine solche Verletzung bedeutet oft den Tod des Tieres. Die Dunkelziffer – auch zu anderen verletzten Kleintieren wie Amphibien – dürfte deutlich höher sein, da sich verletzte Tiere verkriechen und somit gar nicht erst gefunden werden. 

Viele Städte wie Halle, Leipzig oder Dortmund sowie Landkreise wie Göttingen und Wesel – um nur einige wenige zu nennen – haben dieses Problem erkannt und Nachtfahrverbote durch Allgemeinverfügungen erlassen. 

Somit beantragen wir, dass die Stadt Blaustein bei der unteren Naturschutzbehörde des Alb-Donau-Kreises anregt, eine entsprechende Allgemeinverfügung hinsichtlich eines Nachtfahrverbots von Mährobotern zu erlassen.

Und wir würden uns freuen, wenn wir hierfür hier eine Mehrheit bekämen.

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